Innovatives Rufsystem erleichtert Patient*innen und Pflegepersonen den Alltag
„Die Zukunft der Gesundheitsversorgung liegt in der intelligenten Nutzung digitaler Technologien. Unser Ziel ist es, Innovationen zu finden, die den Krankenhausalltag erleichtern, den Patientinnen einen echten Nutzen bringen und unsere Mitarbeiterinnen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen“, erklärt Krankenhaus-Geschäftsführer Mag. Johann Minihuber, MBA MAS. „Dieses neue Rufsystem ist ein Beispiel dafür, wie wir moderne Technik gezielt einsetzen, um die Qualität der Versorgung weiter zu verbessern.“
Haberlander: „Die Technik muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt“
Durch den Einsatz der Digitalisierung in der Medizin entwickelt sich ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen Mensch‘ und Maschine, um die Heilung zu beschleunigen, die Versorgung zu verbessern und die und Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten. In Oberösterreichs Krankenhäuser werden an 18 Standorten jährlich rund 370.000 stationäre und rund 2,4 Mio. ambulante Patientinnen und Patienten versorgt. Von der Anmeldung bis zur Entlassung begleiten digitalisierte Prozesse und Anwendungen sowie die elektronische Krankenakte die Menschen auf ihrem Genesungsweg und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit. Ein Klick genügt und alle relevanten Informationen stehen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung. Diagnosen können schneller gestellt, Therapiepläne präziser erstellt und kostbare Zeit gewonnen werden. „In Oberösterreich arbeiten wir gemeinsam daran, dass die Menschen gut und gesund leben können. Die Zukunft der Spitäler ist in vielen Bereichen digital – sie verbessert Behandlungen, entlastet das Personal und stellt das Wohl der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt. Aber, die Technik muss dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Durch den gezielten Einsatz von Technologie können wir die Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig eine noch individuellere Versorgung der Patientinnen ermöglichen. Dieses innovative System ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie digitale Lösungen den Krankenhausalltag verbessern können – sowohl für Patientinnen als auch für das Personal“, betont Gesundheitslandesrätin LH-Stv.in Mag.a Christine Haberlander.
Zusätzlich zur klassischen Lichtrufanlage („Glocke“) findet sich eine eigene, einfach zu bedienende Software auf dem Bildschirm an jedem Bett. Über den Touchscreen wählen die Patient*innen ihr Anliegen aus, von Hilfe bei der Körperpflege bis zum Wunsch nach einem Glas Saft oder Tee. Das System sortiert das Anliegen nach Zuständigkeit und der benötigten beruflichen Qualifikation und sendet es direkt auf das Dienst-Smartphone der optimal qualifizierten, zuständigen Ansprechperson: Pflege(fach)assistent*in, diplomierte Pflegeperson oder Bereichshelfer*in.
„Mit dieser innovativen Softwarelösung können wir zum einen den Anliegen und Bedürfnissen unserer Patient*innen noch zielgerichteter gerecht werden und zum anderen unsere Mitarbeiter*innen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Sie werden durch das System bereits sehr konkret über das jeweilige Anliegen der Patient*innen informiert und können so beispielsweise zur Behandlung benötigte Utensilien direkt mitbringen“, erklärt Pflege Bereichsleiter Christoph Spann, BScN. Er koordinierte als Projektleiter gemeinsam mit einem interprofessionellen Team aus Pflegepersonen, Techniker*innen und Mitarbeitenden der IT-Abteilung den anfänglichen Pilotbetrieb auf zwei Bettenstationen und die anschließende Ausrollung auf das gesamte Krankenhaus.
Mehr Zeit für die Patient*innen
Die Einführung des Systems bringt viele Vorteile: Die Bearbeitung von Anfragen erfolgt schneller, sie können priorisiert werden, die Wege für das Personal werden reduziert, und es bleibt mehr Zeit für den direkten Kontakt mit den Patient*innen. Zudem wird die Lärmbelastung auf den Stationen verringert, da weniger „Glockenrufe“ ausgelöst werden. Eine Erinnerungsfunktion sorgt dafür, dass regelmäßige Aufgaben, wie etwa das stündliche Blutzuckermessen, nicht in Vergessenheit geraten. Besonders hilfreich ist die Möglichkeit, Anliegen in 19 verschiedenen Sprachen darzustellen, während die Nachrichten auf dem Mobiltelefon der Pflegekräfte automatisch auf Deutsch erscheinen. Dadurch werden Sprachbarrieren reduziert und die Kommunikation verbessert.
Zusatzangebot zur klassischen Lichtrufanlage
Das System CliniServe ist seit knapp vier Monaten auf allen Bettenstationen – mit Ausnahme der Intensiv- und Palliativstation – im Einsatz. Die Software wurde individuell für die jeweiligen Fachbereiche konfiguriert, um den spezifischen Bedürfnissen der Patient*innen gerecht zu werden. Die Nutzung ist intuitiv, und wer mit einem Smartphone umgehen kann, wird sich rasch zurechtfinden.
Trotz der neuen digitalen Möglichkeiten bleibt die klassische Lichtrufanlage weiterhin bestehen. „Wer lieber mit der Glocke auf sich aufmerksam macht, kann dies nach wie vor tun“, betont Bereichsleiter Spann. „Das System ergänzt den Lichtruf, ersetzt ihn aber nicht.“ Die Rückmeldungen von Patient*innen und Mitarbeitenden sind sehr positiv. Eine Patientin fasste es treffend zusammen: „Das ist eine geschickte Sache, die müsst‘s euch unbedingt behalten – ihr lauft‘s eh so schon weit genug!“
„Digitale Lösungen sind ein zentraler Bestandteil der Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens“, fasst Krankenhaus-Geschäftsführer Mag. Johann Minihuber zusammen. „Wir setzen gezielt auf Innovationen, die sowohl unseren Patient*innen als auch unseren Mitarbeiter*innen einen echten Mehrwert bringen.“
Informationen zum System gibt es zusätzlich im Video auf YouTube und im Podcast
• Innovatives Rufsystem verbindet Patient*innen und Pflege über Touchscreen
https://www.youtube.com//watch?v=WVPinK4FxoM
• G´sunde Viertelstunde, der Podcast, Folge 48: Läuten war gestern
https://gsunde-viertelstunde.podigee.io/s1e49-lauten-war-gestern
Ansprechpartnerin für Medienanfragen:
Mag.a Ulrike Tschernuth
T: 07752 602-3040
M: +43 664 3157908
Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried
Das Schwerpunktspital des Innviertels umfasst 18 medizinische Abteilungen und Institute. Fachliche Schwerpunkte werden in den Bereichen Onkologie, Neurologie, Orthopädie und Gefäßmedizin gesetzt. Rund 1.800 Mitarbeitende kümmern sich ganzheitlich um die gesundheitlichen Bedürfnisse von jährlich mehr als 137.000 stationären und ambulanten Patient*innen. www.bhs-ried.at
Ordensklinikum Innviertel
Unter dem gemeinsamen Dach der Ordensklinikum Innviertel Holding GmbH bündeln das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried und das Krankenhaus St. Josef Braunau Kompetenz und Ressourcen für eine qualitätsvolle, wohnortnahe Gesundheitsversorgung der gesamten Region. Das Ordensklinikum Innviertel ist im Eigentum der Franziskanerinnen von Vöcklabruck und der Vinzenz Gruppe.