VOM RICHTIGEN MAß IN DER SPITALSMEDIZIN -
GRENZEN DES MACHBAREN

13. Internationaler Kongress der OÖ. Ordensspitäler
Donnerstag, 5. November 2015
Design Center Linz

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Sehr gut besucht war der 13. Internationale Kongresse der OÖ. Ordensspitäler am 5. November im Linzer Design Center.
Sr. M. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz - Wien, konnte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Generalvikar Prof. DDr. Mag. Severin Lederhilger OPraem begrüßen.

Sr. M. Barbara Lehner

Prof. Dr.med. Giovanni Maio, M.A. Phil.

„Ohne Zuwendung ist alles nichts – für eine Medizin der Zwischenmenschlichkeit“

Prof. Dr.med. Giovanni MaioIn den Spitälern, so der Referent, herrscht zu viel Aktionismus, zu kritisieren ist auch das Anreizsystem zu mehr Umsatz, Durchfluss und Steigerung. Die Zuwendung zum Patienten kommt dadurch zu kurz. Medizin aber ist eine soziale Errungenschaft, sie muss das richtige Maß für jeden Patienten finden und nicht die permanente Steigerung medizinischer Leistungen anstreben. In der Industrie gibt es Schaltpläne, in der Medizin muss jeder Mensch als unverwechselbares Wesen anerkannt werden. Medizin heute mit der starken Steigerung des Tuns bedeutet oft Maßlosigkeit. Zuwendung ist besonders wichtig im Umgang mit Patienten. Zuwendung heißt begegnen, gewahr werden, dass da ein Mensch kommt. Zuwendung heißt Anerkennung, heißt den Patienten ernst nehmen als ebenbürtigen Menschen, ihm Beistand geben. Zuwendung heißt Aufwertung des Patienten in seiner durch die Krankheit völlig entwerteten Lage, in seiner Machtlosigkeit. Der Patient darf nicht marginalisiert werden, weil er nicht mehr den Leistungskriterien unserer Gesellschaft entspricht. Auch der kranke Mensch ist wertvoll, das ist vor allem auch das bedeutende Credo der Ordensspitäler. Zuwendung als Kraft der Verwandlung: Die Krankheit ist ein Krisenphänomen, eine Metamorphose, es verändert den Menschen. Der Patient muss erkennen können, dass er selbst Potential hat, neue Hoffnungen müssen ermöglicht werden. Aber nicht Hoffnungen auf Leistungsfähigkeit und gesundes Leben, sondern der Patient soll das Leben mit einer ernsthaften Krankheit lernen, die Kostbarkeiten des Augenblicks erkennen. Zuwendung ist Erleben der Gemeinschaft, es soll die Angst genommen werden, aus der Gesellschaft herauszufallen. Der Patient muss erleben, dass er mit seiner Krankheit nicht allein bleibt. Die Kostbarkeit der Heilberufe ist anderen Menschen in ihrer Bedrängnis Gemeinschaftsgefühl zu bieten. Das ist auch der Kern der Identität der Ordensspitäler. Der Geist der Ordensspitäler kann Antwort geben auf die zunehmende Maßlosigkeit, auf das Nicht-Zulassen der Grenzen des Machbaren. Das gelingt durch die Zuwendung, die ein Markenzeichen der Ordensspitäler ist, eine Zuwendung, die eine Humanisierung der gesamten Gesellschaft umfassen sollte.


PD Dr. Sören Eichhorst

„Kosten- und Qualitätsoptimierung: Was ist machbar?“

PD Dr. Sören EichhorstBei allen wirtschaftlichen Qualitätsverbesserungen müssen Zuwendung und Beistand eine hohe Bedeutung in der Medizin haben. Sich besinnen und aufbauen auf Werte, das sind auch die besonderen Stärken eines Ordensspitals. Die stärkere Einbindung des Patienten, der verstärkte Arzt-Patient-Bezug wird wichtiger werden. Im Krankenhaus der Zukunft ist daher die Verschiebung auf medizinische und nichtmedizinische Assistenzberufe notwendig, um dem Arzt mehr Zeit für bessere Interaktion und damit eine bessere Patientenbeziehung zu ermöglichen. Die Herausforderungen an ein Krankenhaus „neu“ sind groß. Das Krankenhaussystem in der heutigen Form wird nämlich in Zukunft nicht mehr aufrecht zu erhalten sein. Die Schere zwischen Kosten und Erlösen öffnet sich immer weiter. Der Qualitätsanspruch und die klinische Realität klaffen heute oft schon weit auseinander. Daher muss der Patient verstärkt wieder in den Mittelpunkt gestellt werden. Dazu gehört vor allem auch als Voraussetzung die verstärkte Kommunikation zwischen Berufsgruppen im Spital. Verbesserte Qualität im Krankenhaus kann die Kostenspirale durchbrechen. Drei Horizonte zur verbesserten Wertschöpfung zeigte der Referent auf: bestehende Strukturen zu optimieren, dazu gehört auch die bessere Kommunikation; die Erschließung neuer Technologie; die Entwicklung innovativer Versorgungsstrukturen. Dies ist immer nur in Kombination möglich. Das Patientenerlebnis hat einen starken Einfluss auf die Wahl des Krankenhauses durch den Patienten. Wichtig ist diesem vor allem die Kommunikation mit ihm, gute Nachsorge und ein gutes Schmerzmanagement. Gerade Ordensspitäler mit ihrer speziellen Zuwendung und Beistand haben die gute Möglichkeit ein Krankenhaus der Zukunft zu sein, da Wirtschaftlichkeit und Werte Hand in Hand gehen.

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Sr. Michaela Bank MMS

„Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Lk 12, 34) -
Die Zukunft der Ordensgemeinschaften

Sr. Michaela Bank MMSDas neoliberale Wirtschaftssystem und die Globalisierung teilen die Menschen unserer Erde in zwei große Gruppen auf: die Besitzenden und die Armen. Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben in Armut und Elend, auch in Deutschland nimmt die Zahl der Armen - der Ausgeschlossenen - täglich zu. „Und das Gesicht der Armut ist weiblich“, so Sr. Michaela Bank. Der Mensch bleibt auf der Strecke. Doch wo der Mensch, die Natur auf der Strecke bleiben, bleibt auch Gott in seiner Erfahrbarkeit auf der Strecke. Das sieht Sr. Michaela als große Herausforderung an die Orden.
Die Gesellschaft von heute ist eine Multioptions- und Erlebnisgesellschaft. Es gibt eine Innovationsbesessenheit in unserer Gesellschaft. Die Vergangenheit zählt nicht mehr. Die Zukunft gehört der Zukunft nicht der Herkunft. Damit wird die Gegenwart radikal entwertet. Doch ohne Erinnerung an Vergangenes, Verkosten dessen was war, ist keine Beziehung möglich, weder zu Menschen noch zu Gott.
„In Hinwendung zu dem wahren Gott, der wie uns in der Bibel verheißen ist, das Leben in Fülle schenkt, können wir die Geister unterscheiden, können wir das Böse in uns, in unseren Gemeinschaften, in unserer Gesellschaft entlarven. Der wahre Gott wird uns in Jesu Leben deutlich als Weg der Menschwerdung Gottes in uns aufgezeigt. Auf diesen Prozess lassen wir uns ein in der Nachfolge Jesu. Es ist ein Weg der persönlichen Beziehung zwischen Gott und Mensch und unsere Antwort darauf“, so die Referentin.
„Wenn wir die Geister unterscheiden lernen und den wahren Gott am Werke erfahren, in uns selbst und unseren Gemeinschaften, dann finden wir Gott auch inmitten unserer Leistungs- Multioptions- und Erlebnisgesellschaft am Werke, dann lernen wir auch hier die Geister zu unterscheiden und dem ,,Reiche Gottes" zu dienen, an der Stelle, wo wir leben und arbeiten“, so Sr. Michaela Bank.
Die Praxis der Ordensgemeinschaften wird „neu“, „wenn wir festhalten an der Hoffnung, die ,,man/frau“ in der Gesellschaft nicht sieht. Wenn wir Menschen durchtragen in Liebe, den ,,man/frau" in der Gesellschaft schon längst aufgegeben hat. Wenn unsere ,,Nächsten" in diesem Prozess die sind, die in der Leistungs- Multioptions- und Erlebnisgesellschaft durch die Netze gefallen oder auf der Strecke geblieben sind (sozial, emotional, mental, spirituell).“
„Ordensleute sind Propheten…. Ein Ordensmann oder eine Ordensfrau darf nie auf die Prophetie verzichten. Die Prophetie macht Lärm, Krach – manche meinen „Zirkus“. Aber in Wirklichkeit ist es ihr Charisma, Sauerteig zu sein: Die Prophetie verkündet den Geist des Evangeliums.“ (Papst Franziskus)
Es geht nicht um die Frage, was wir tun sollen. Dies ist die zweite Frage. Die erste und entscheidende Frage ist: Wie leben wir unser Charisma heute, was hilft uns dies lebendig zu gestalten und zu welchen Menschen sendet uns der Geist Gottes?
Wenn es um die Realisierung unserer Berufung geht, orientieren wir uns an der Sendung und der Präsenz Jesu. ,,Gott hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe". (Lk 4, 18f.) Mit diesen Worten beginnt Jesus sein öffentliches Wirken und er lebt diese Sendung mit aller Konsequenz.

Wie also könnte dann der Platz der Orden und ihre Präsenz in der Gemeinschaft der Kirche und der Welt aussehen?
Die Charismen, die verschiedene Gemeinschaften von Gott empfangen haben, sollen dem Aufbau und der Verwirklichung des Reiches Gottes dienen. Die Berufung zu einem ,,religiösen Leben" in einer Ordensgemeinschaft ist ein Charisma, ein Geschenk an die Kirche. Die grundsätzliche Frage lautet nicht: ,,Wer hat uns gegründet? Vielmehr: Was ist aus unserer Gemeinschaft durch die Gnade Gottes geworden?
Eine Ordensberufung, die nicht in einer kontemplativen Weise gelebt wird, ist ein Widerspruch in sich. Ehelosigkeit, Gemeinschaft und die totale Ausrichtung auf Gott kann nur ganz -,,total" gelebt werden. Kern der Berufung ist: Frauen des Gebetes und der Meditation zu sein.
Bei Betrachtung der Geschichte der Orden waren immer zwei Aspekte entscheidend:

  • die prophetische Dimension des Ordenslebens und
  • die Pionierrolle, die unsere Gemeinschaften in der Kirche übernommen haben.

„Der zentrale Punkt ist, dass prophetisches Leben durch solidarisches Leben mit den Nöten und Leiden der Menschen, die mit uns auf dem Weg sind, entsteht.“ Es ist diese Solidarität mit der Welt der Ausgegrenzten, die vor große Herausforderungen stellt. Die Pionierrolle haben Ordensfrauen ebenfalls zu allen Zeiten wahrgenommen. Das zentrale Wort in dieser Rolle ist das Wort ,,alternativ". Die Idee war, Vertrautes aufzugeben. „Es geht mir um diesen Geist in Bewegung zu bleiben! Die Nöte der Zeit zu erkennen, darauf konkret zu antworten, Frauen und Männer für die Mitarbeit zu gewinnen, um ihnen dann diese Aufgaben zu übertragen und wieder frei zu werden für Neues. Das ist der Kern apostolischer Berufung. Die prophetische und charismatische Dimension unserer Berufung zu leben ist nur möglich aus einer lebendigen Spiritualität heraus, die ihre Wurzeln im Gebet, in den Sakramenten und der Schrift hat; sie ist nur möglich, wenn wir uns immer wieder daran erinnern, dass dies ein Geschenk der unbegreiflichen Liebe Gottes ist, nicht etwa ein persönliches Talent“, so die Referentin.
Für die Ordensgemeinschaft gilt, dass es um „die Sache der Armen“ gehen muss: dass diesen Gerechtigkeit widerfährt. Und es ist den Orden möglich, Räume der Solidarität zu schaffen, Veränderungen von unten auf den Weg zu bringen. Mit an einer Kirche der Armen zu bauen fordert eine prophetische Praxis in einer zerrissenen und ausgrenzenden Welt.


Barbara Napp

OTA-CTA-ATA – alles klar?
Neue Berufe und Tätigkeitsfelder im klinischen Alltag

Barbara NappDie Referentin stellte das neue Kompetenzmodell für Pflegeberufe des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und neue Berufe und Tätigkeitsfelder im klinischen Alltag in Deutschland vor. Im Besonderen ging sie auf die unterschiedlichen Ausbildungsmodelle in Deutschland und Österreich bei den Diplomierten OP-Pflegekräften, den OperationsassistentInnen, den Chirurgisch-Technischen AssistentInnen, den Anästhesie-Technischen AssistentInnen und den Physical/Clinical Assistants. Gerade diese sind bei den Pflegekräften sehr beliebt. Diese Spezialisierungen und Nischenbereiche in der Pflege nehmen zu. Um den Mangel an Pflegeberufen in Deutschland zu begegnen wird es notwendig werden, neue, bessere Rahmenbedingungen und Durchlässigkeiten in den verschiedenen Pflegeberufen zu schaffen. Die Pflege müsse attraktiver werden, dazu gehört auch empathische Medizin und empathische Pflege zu ermöglichen. Weiters sollen Freude und Qualität in Pflegeberufen an Stellenwert gewinnen, der Patient soll abgeholt werden können, das sind ebenfalls Bedingungen, die ein Krankenhaus in Zukunft den Pflegekräften bieten soll.

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Prof. Dr. Götz Mundle

Burn-Out – Flächenbrand im Gesundheitswesen?

Prof. Dr. Götz MundleDie Zunahme von psychischen Erkrankungen hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten extreme Ausmaße angenommen. So stiegen seit 1997 die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankung um 165%, während sie bei anderen Krankheitsbildern meist mehr oder minder stark rückläufig sind. Besonders stark betroffen von Burnout sind die Gesundheitsberufe. Die psychische Belastung in den Gesundheitsberufen geht quer durch alle Berufsgruppen. So denken ca. 20% der Chirurgen mindestens einmal im Monat an Berufsaufgabe, 45% sehen die Qualität der Behandlung durch Überforderung beeinflusst, die Suizidrate von Medizinern ist bis zu 3,4 mal höher als in der Allgemeinbevölkerung, die von Medizinerinnen sogar bis 5,7 mal. 1974 war die Erstbeschreibung von Burnout durch den Psychoanalytiker Freudenberger, sie wurde als berufsbezogene, chronische, emotionale und körperliche Erschöpfung beschrieben. Drei Aspekte werden hier genannt: die emotionale Erschöpfung (innere Leere), die Depersonalisation (Distanz und Zynismus gegenüber Patienten) und die verminderte Leistungsfähigkeit. Burnout entsteht nicht plötzlich. Zuerst ist oft Enthusiasmus und Idealismus, dann kommt die Stagnation (die Grenzen des Machbaren), dann die Frustration, die Apathie und schließlich Burnout. Die Symptome sind vielfältig, unspezifisch und individuell, sie reichen von psychisch-emotionalen Krankheiten (Lustlosigkeit, Apathie, Schuldgefühle, Konzentrationsstörungen etc.) über körperliche (Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe etc.) bis hin zu psychosomatischen (Schwächen des Immunsystems, diffuse Schmerzsyndrome, Hypertonie etc.). Individuelle Faktoren und Arbeitsplatzfaktoren führen häufig zu Arbeitsüberforderung, diese zu andauernder Überforderung, schließlich tritt Burnout ein. Burnout kann auch chronifizierten Stress bewirken, Folgekrankheiten davon sind dann Depressionen, Angsterkrankungen und Medikamentenabhängigkeit. Wenn der Beruf zum Lebensmittelpunkt wird, soziale Kontakte reduziert werden, Ausgleichsaktivitäten vernachlässigt werden, sind das erste Warnsymptome. Wichtig zur Vermeidung wäre eine vernünftige Arbeitsbelastung (regelmäßige Arbeitszeiten, fachgerechtes Arbeiten, Vereinbarkeit von Beruf und Familie), Wertschätzung im Team mit offener Kommunikation und guter Team- und Fehlerkultur und eine Werteorientierung (gelebte Werte, Visionen, Inspirationen). Äußere Stressoren in den Gesundheitsberufen sind Veränderungen im Gesundheitswesen (technischer Fortschritt, kürzere Liegezeiten), moderne Kommunikationsmittel (Diensthandy, Smartphone etc.) und soziale Veränderungen (Wegfall von Bindungen in Familie, Vereinen, Kirche und Doppelbelastung Beruf – Familie). Sei perfekt! Streng dich an! Beeil dich! Mach’s den Anderen recht! Sei stark! – Anforderungen, die in den Gesundheitsberufen sehr stark gefordert werden. Gerade bei den Gesundheitsberufen müsste die Devise sein: Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) statt Burnout. Stabile kollegiale Geben-Nehmen-Relationen können als generalisierte Stresspuffer fungieren. Interaktional passiert das durch bewusste Suche und Pflege von Kollegialität, von klarer Grenzziehung und offenem Umgang mit Komplikationen und Fehlern, strukturell durch institutionalisierten kollegialen Austausch. Außerberufliche Beziehungen und Interessen sind wichtige übergeordnete Ressourcen, in die investiert werden soll. Familie und Freundschaften sollen gepflegt, Freizeitaktivitäten zum Stressabbau forciert werden. Auch der private Austausch über berufsbezogene Belastungen ist wichtig. Und wichtig ist auch, Bedrohungen oder Enttäuschungen zu minimieren. „Erst die Arbeit“, „Gut ist nicht gut genug“, „Durchhalten um jeden Preis“, diese prototypischen Grundhaltungen sind zu vermeiden. Wichtig ist es, vom Vermeidungs- in den Annäherungsmodus zu kommen, also bewusst entscheiden, wem oder was ich heute (nicht) gerecht werde oder in wen oder was ich meine Energie (nicht) investiere. Befriedigte Grundbedürfnisse sind die Basis seelischer Gesundheit, sie sind Orientierung und Kontrolle, Bindung, Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung, Lust und Unlustvermeidung. Eine erfüllte Arbeit ist dann erreicht, wenn sich Menschen in Gesundheitsberufen in ihren Arbeitskontakten fachlich und persönlich akzeptiert und wertgeschätzt erleben, wenn sie die wichtigen Beziehungen und Bereiche in ihrer Arbeit auf gute Weise gestalten können und Einfluss nehmen können auf das, was ihnen wichtig ist. Wichtig ist auch noch, dass die Arbeit stärkt, sie das Gefühl gibt, der richtige Mann/die richtige Frau am richtigen Platz zu sein. Und ebenfalls ganz wichtig ist, dass man in seiner Arbeit immer wieder etwas erlebt, was Freude, Spaß und Vergnügen bereitet.

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Dr. Philipp Schwegel

„Die Grenzen des Machbaren ausdehnen –
zukunftsfähige Unternehmensstrategie kirchlicher Krankenhäuser“

Dr. Philipp SchwegelEs gibt keine Alternative zur Wachstumsstrategie für erfolgreiche Krankenhäuser der Zukunft, so die Kernaussage des Referenten gleich am Anfang. Der Referent zeigte auf, wie der Markt hinsichtlich konfessioneller Krankenhäuser strukturiert ist. „Je älter, desto erfolgreicher“, so Schwegel. Denn die ältesten Ordensspitäler sind in Deutschland auch die mit den besten Renditen, wobei die GmbH die meistgewählte Rechtsform ist. Auch konfessionelle Spitäler verfolgen überwiegend eine Wachstumsstrategie, neue Geschäftsfelder werden erschlossen, bestehende Grenzen ausgedehnt. Diese auf Wachstum setzenden Häuser haben ebenfalls die höchsten Renditen. Das Wachstum erfolgt in der Hauptsache durch Therapieausweitung, neue ambulante Angebote, neue nachgelagerte Angebote, Engagement in industriellen Bereichen, in integrierter Versorgung und durch den Kauf von Krankenhäusern. Ordensspitäler haben eine große Zahl von verschiedensten Geschäftsfeldern, Ziel muss es sein, eine regionale Vernetzung hin zum gemeinsamen Systemangebot zu erreichen, etwa ein gemeinsames Angebot von der Krabbelstube über den Kindergarten, Schule, Krankenhaus, Palliativmedizin und Alten- und Pflegeheim. Diese Vielfalt der Geschäftsfelder der Ordensspitäler muss besser genutzt werden. Konfessionelle Krankenhäuser werden seitens der Bevölkerung und der Patienten sehr positiv wahrgenommen, vor allem in den Bereichen Vertrauenswürdigkeit und Wärme, im Bereich Kompetenz besteht Aufholbedarf. Gerade der Zuspruch bei Vertrauenswürdigkeit und Wärme ist eine sehr große Chance auch für die Ordensspitäler, „ein Pfund, mit dem man wuchern kann.“ Fazit der Ausführungen für ein erfolgreiches Ordensspital der Zukunft: Wichtig ist Wachstum plus Vernetzung, entscheidend ist die Versorgung im eigenen Verbund, dadurch wird man auch als kompetent wahrgenommen. Und die Werte eines Ordensspitals sind dafür eine wichtige ideelle Basis.

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Fotos: Wolfgang Simlinger

Medienberichte: OÖ. Kronen Zeitung, Kirchen Zeitung

Weitere Informationen zum Kongress sowie Pressefotos auf Anfrage

Die Oö. Ordensspitäler danken ihren Partnern für die freundliche Unterstützung:
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